• 11-MAY-2016

Pressekonferenz: "Vegan, vegetarisch, paleo. Mehr als ein Trend? Essen ist die neue Politik"

Twitter bringt es unnachahmlich auf den Punkt: „Wann genau ist aus Sex, Drugs & Rock’n’Roll eigentlich Laktoseintoleranz, Veganismus und glutenfrei geworden?“ Das fragte ein User unlängst seine Follower. Und er hat recht. 

Die Sozialen Netzwerke von FoodPorn bis Futter quellen über von Fotos und Filmen, die sich nur ums Essen drehen. Ca. 40 Stunden Berichterstattung über Lebensmittel gibt es jede Woche in den deutschen Fernsehprogrammen sowie hunderte von Artikeln täglich in den Tageszeitungen.

Auch unsere persönliche Auswahl, ob im Supermarkt oder beim Feinkosthändler ist in ihrer Vielfalt und Reichhaltigkeit historisch einmalig und sicher. Und ausgerechnet mitten im größten Nahrungsmittelwohlstand der Geschichte, wird das, was wir essen, und wie wir es essen, zum Politikum, zum gesamtgesellschaftlichen Streitthema. Es ist sogar ein Kriterium bei der Partnersuche: Es gibt die erste vegane Partnervermittlung. 

Mitten in dieser größten Wahlfreiheit zerbrechen wir uns also den Kopf über die korrekte Auswahl und Zubereitung unserer Lebensmittel, anstatt das historische einmalige Nahrungsmittelangebot einfach zu genießen. Ernährung wird somit zunehmend zum persönlichen Lebensbekenntnis und zum neuen gesamtgesellschaftspolitischen Narrativ. 

Geht es uns in einer postmateriellen Gesellschaft so gut, dass wir jetzt die Menschen nach ihren Ernährungsgewohnheiten verorten anstatt nach ihren politischen Ansichten? Nahrungsmittel dienen uns tatsächlich heute mehr denn je als Identitätsausweis, an dem wir erkannt werden wollen und andere wieder erkennen. Wir haben also neue gesellschaftliche Schablonen eingerichtet - die aber auch zur Aus- und Abgrenzung dienen können.

Spiegelt aber diese Diskussion um richtige Ernährung denn auch die Mehrheit der Verbrauchermeinung wider, und gibt es das überhaupt, das „richtige“ Essen? 

Oder ist die Diskussion um das "Neue Essen" vielleicht doch ein neues politisches Narrativ (eine gesamtgesellschaftliche sinnstiftende Erzählung), ein Vorbote einer gesellschaftlichen Transformation, die bereits mit Bio und Öko begonnen hat, und die eine neue postmaterielle Gesellschaft und Wirtschaftsform aufbauen wird, in der Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit sowie Tierwohl an oberster Stelle stehen? Und was bedeutet das für unsere Gesellschaft?

Folgende Gäste haben im Verein DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT e.V. am 10. Mai in Berlin diskutiert: 

  •     Prof. Dr. med. Andreas Pfeiffer, Direktor der Endokrinologie, Diabetes und Ernährungsmedizin an der Charité in Berlin.
  •     Prof. Dr. Jana Rückert-John, Hochschule Fulda, Professur für Soziologie des Essens.
  •     Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Milchindustrie-Verbandes, Berlin.
  •     Jan Bredack, Berlin, Gründer und Inhaber der ersten veganen Supermarktkette in Europa: „Veganz“, Berlin.
  •     Paul Pollinger, Inhaber und Gründer der ersten veganen Metzgerei in Deutschland, der „Vetzgerei“ in Berlin, die im September eröffnen  wird.
Anprechpartnerin: 
mfm - menschen für medien
Isabella Pfaff
Geschäftsführerin 
pfaff@menschen-fuer-medien.de
030 21 96 05 20

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