• 15-JAN-2016

Ein Apfel kennt keine E-Nummern

In diesen Tagen steht am Bodensee und im Alten Land die Apfelernte an. Die Äpfel werden meist von Hand gepflückt, bevor sie schließlich gewaschen, verpackt und ausgeliefert werden. Bis in den Oktober werden die Paradiesfrüchte geerntet und weit in das nächste Jahr eingelagert. Ganze 73 Prozent der Obsterntemenge in Deutschland machen Äpfel aus. Der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie geht in diesem Jahr von einer Ernte von rund 700.000 t Äpfel aus. Dies sind zwar 50 Prozent mehr  als im Vorjahr, aber trotzdem 100 t weniger im Vergleich zu 2014. Der Apfel zählt nach wie vor zu den beliebtesten Früchten in Deutschland. Knapp 30 Kilo isst ein Bundesbürger jährlich. Doch aus was besteht ein Apfel und ist es möglich ihn künstlich nachzubauen?

Ein Apfel besteht aus vielen Einzelstoffen, die auch der Lebensmittelwirtschaft bekannt sind und in unterschiedlichsten anderen Lebensmitteln zum Einsatz kommen. Die Inhaltsstoffe eines Apfels und anderer natürlicher Lebensmittel können in der Regel synthetisch hergestellt werden. Bei allen technologischen Möglichkeiten bleibt uns jedoch noch eines verwehrt: Es können zwar die einzelnen Komponenten eines Apfels exakt nach dem natürlichen Vorbild „nachgebaut“ werden – trotzdem entsteht wenn man diese zusammengibt, kein Apfel.

Die synthetische Herstellung von Inhaltsstoffen ist wichtig, weil viele Stoffe, die aus natürlichen Lebensmitteln gewonnen werden, nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Mit der Hilfe von biotechnologische Verfahren können wichtige Komponenten wie Vitamine und Aromen in ausreichender Menge gewonnen werden. Natürlich sowie künstlich gewonnene Stoffe dürfen nur zugesetzt werden, wenn sie nachweislich gesundheitlich unbedenklich und technologisch notwendig sind. Das bedeutet, dass eine zugesetzte Komponente ein Lebensmittel beispielsweise in der Beschaffenheit, den Eigenschaften oder der Wirkungen beeinflusst.  Außerdem sind viele  Inhaltsstoffe, die auf einem Apfel nicht deklariert werden müssen, in verarbeiteten Lebensmitteln kennzeichnungspflichtig. Ein sehr gutes Beispiel ist dabei das im Apfel enthaltene Vitamin C (auch Ascorbinsäure, E300). Es wird vielen Lebensmitteln als Antioxidationsmittel zugesetzt. Dabei verhindert es Oxidationsprozesse im Produkt, indem es Sauerstoff aus der Umgebung abfängt. In ausreichender Menge zugesetzt, ist es auch gesundheitlich als Vitamin wirksam.