• 26-MAR-2015

Wein aus dem Monsoon Valley in Thailand

Auf Elefanten-Rücken durch Weinberge reiten

Eigentlich dürfte da am 13. Breitengrad, so kurz vor dem Äquator,  gar kein Wein wachsen. So zumindest die einhellige Meinung der Experten. Er tut es aber doch - und mehr als das: Es ist ein Erfolgsstory. Das Monsoon Valley, ein Weinbaugebiet in der Nähe des ehrwürdigen Kaiaserbades Hua Hin, produziert seit Jahren Spitzenweine. Schuld daran ist unter anderem die Winzerin Kathrin Puff aus Deutschland. Sie hat mit ihrer Aufbauarbeit seit 2009  dafür gesorgt, das Weine aus dem Monsoon Valley bei den Prämierungen in Europa regelmäßig einen Spitzenplatz belegen. Sei es beim Mundus Vibi in Deutschland, oder jüngst, 2013, beim Decanter World Award, oder bei der International Wine Challange in London. Ebenfalls 2013.

Sehr lange hielt sich die Ansicht, dass gute Weine nur zwischen dem 30. und 50. Breitengrad gedeihen können und der Anbau in den Tropen sowohl durch die geringere Tageslichtdauer als auch durch die Luftfeuchtigkeit nicht erfolgreich sein kann. Mittlerweile wurde der Begriff der „New Latitude Wines“ geprägt, was übersetzt so viel heißt wie „Weine neuer Breitengrade“, also jenseits des Gürtels zwischen dem 30. und 50. Breitengrad. Geprägt wurde der Begriff 2003 von dem in Thailand lebenden Weinautor Frank Norel auf einer Konferenz in Bangkok. Thailand hat es innerhalb weniger Jahre geschafft hat, den Grundstock für gute Weine zu legen, was die Auszeichnungen belegen. Vergleichbar der Entwicklung in Ländern wie Argentinien und Chile ist davon auszugehen, dass Thailand nicht nur wie bereits schon heute in Asien sondern zukünftig auch in Europa als ernstzunehmender Weinhersteller wahrgenommen wird. Der Grundstock wurde durch Chalerm Yoovidhya gelegt, einem thailändischen Weinliebhaber in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts. Vorher hatte er die Marke „Red Bull“ erfunden, deren Lizenzrechte er an Didi Mateschitz verkaufte und den Erlös in die ersten Weinberge Thailands nahe Hua Hin und die Siam Winery investierte. 

Der erste Wein, den Thailand exportierte, stammt jedoch von Dr. Chaijudh Karnasuta, dem Gründer der Italthai Group. Im Jahr 1995 fand der  „Château de Loei“ erst nach Japan und schließlich bis Europa. Das Weingut liegt in der Provinz Loei im Nordosten von Thailand und baut vor allem die Trauben Chenin Blanc und Syrah an.

Der erste ausgebildete Kellermeister Thailands ist Piangbunta, der Lebensmitteltechnik studiert und anschließend seine Ausbildung in der Weinbauschule im schwäbischen Weinsberg gemacht hat. Seit 1989 hat er bei PB Valley Khao Yai Winery 50 Rebsorten getestet. 10 Jahre benötigte das Weingut bis mit rotem Shiraz und weißem Chenin Blanc der  Durchbruch gelang. Zur Sicherstellung der bestmöglichen Qualität beschränkt sich das Weingut auf eine statt der möglichen drei Ernten pro Jahr.

Der Siegeszug der thailändischen Weine findet vor allem im Ausland statt. In Thailand kämpfen die Weingüter mit niedrig-preisigen Importweinen und Trinkgewohnheiten, die ein eisgekühltes Bier dem Wein vorziehen.